Fotografie als Waffe – Fotografie als Kunst

Ausstellung  vom 27.11. – 14.12.2008.im Projektraum, Kunstquartier Bethanien in Berlin–Kreuzberg,

Zur Ausstellung ist ein Katalog im Verlag onkel&onkel erschienen.

Einleitung

Ich gebe zu, vielleicht habe ich Tausende Menschen getötet, aber nicht direkt. Es war ein Resultat der Fotos. Lynndie England, Stern-Interview März 2008

Aber was soll sonst auf die Leinwand? Insofern warte ich schon jetzt auf eine entspannte Sommerkollektion und eine Koloritaufhellung. Neo Rauch, FAZnet-Interview, Juli 2008

Fotografie kann also töten. Und zugleich kann Kunst Werke hervorbringen, die hinsichtlich ihrer Belanglosigkeit mit den gleichnamigen Kollektionen der Modeindustrie leidenschaftslos konkurrieren. Während Fotografie auf der einen Seite demnach sinnbildlich zur Waffe wird, ordnet sich die Kunst auf der anderen Seite dem Diktat der Labels unter und will nicht mehr als auch nur kommerziell erfolgreich sein. In diesem Spannungsfeld war der Projektkurs „Fotografie als Waffe – Fotografie als Kunst“ angesiedelt.

Die zentralen Fragen lauteten:

Ist es angesichts der heutigen Bilderflut überhaupt noch möglich, Fotografie als Waffe zu gebrauchen, und wenn ja, unterscheidet sich diese Bildsprache überhaupt von künstlerischen Ausdrucksweisen?

Sind andererseits bewusst künstlerisch intendierte Fotografien nicht bedeutender im Hinblick auf eine allgemeine Bildaussage, im Gegensatz zur Reduktion auf ihre subjektiven Gehalte?

Entlang dieser Fragestellungen wurde der Versuch unternommen, die heute vielfältig anzutreffende Sprachlosigkeit und oft nur dem Zeitgeist geschuldete Trendästhetik moderner Bildproduktion zu durchbrechen, um an deren Stelle einen konkreten Inhalt, ein persönliches Anliegen oder einfach nur das Postulat zu stellen: ja, ich habe etwas zu zeigen, ja, ich habe etwas zu sagen.

Teilnehmer_innen

Wolf Abraham, Erika Babatz, Katrin Bernsteiner, Juan Ferrer Baquero, Peter Fischer-Piel, Bernd Große, Elisabeth Gulich, Katja Höhne, Tess Knuth, Ulrike Kopetzky, Werner Schulze, Álvaro Sendra González, undJulia von Tresckow. Leitung:  Peter Fischer-Piel.

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