Ute Christina Bauer

 „ErinnerungsRäume“

Leicht verwundert höre ich zu, wenn andere erzählen, wie klar sie sich an Begebenheiten erinnern aus der Zeit, als sie noch sehr klein waren.

Meine Erinnerung an diese frühe Lebenszeit ist sehr blass.

Aber ich habe Bilder. Fotos, die meine Eltern – in der Regel mein Vater – von mir gemacht haben. Um diese oft gemeinsam betrachteten Bilder ranken sich kleine familiäre Geschichten. Wenn wir etwa das Foto mit dem Mädchen im rosa Kleidchen ansahen, fiel der Satz „Du warst unsere strahlende kleine Prinzessin.“ Die Bilder halfen mir dabei, im Laufe der Zeit eine Vorstellung von meiner frühen Biographie zu entwickeln. Mehr noch: Die Fotos selbst sind quasi zu meiner Erinnerung geworden.

Aber wie war das wirklich? Bin ich das überhaupt? Habe ich damals auch so empfunden? Solche Gedanken gehen mir heute bei der Betrachtung der Bilder durch den Kopf. In dreidimensionalen Modellen baue ich rund um die alten Fotos bestimmte Situationen nach. Die Modelle schaffen Raum für eigene Erinnerungen – möglicherweise ganz neue.

Vita

Ute Christina Bauer ist Diplom-Geographin und arbeitet als Journalistin, Redakteurin und Pressefotografin. Fotografische Ausbildungen bei Imago Fotokunst (Berlin) und am Photocentrum der VHS Friedrichshain-Kreuzberg weckten das Interesse an der künstlerischen Seite der Fotografie. Dabei ist das Spektrum weit gefasst. Eine zentrale Rolle spielt jedoch der Raum als ein den Menschen prägendes und Orientierung gebendes Element.

Bisherige Ausstellungsprojekte waren unter anderem „Dead Men Walking“ in der Galerie Imago Fotokunst (2011), „Alles im Fluss“ in der Seven Star Gallery Berlin (2015) sowie „Neu ist nur das Wort – Globalisierung bei Nutzpflanzen“ (2015 im Archäologischen Landesmuseum Brandenburg in Brandenburg an der Havel; 2016 Dominikanerkloster Prenzlau; 2016 im Botanischen Museum Berlin; 2017 voraussichtlich in Posnan/Polen).

www.ucb-foto.de, info@ucb-foto.de

Fotograf*innen