Die Macht der Bilder

Abschlussarbeiten eines Projektkurses am Photocentrum der VHS Friedrichshain-Kreuzberg

Ausstellung vom 3. – 16. Juni 2023

Mit Arbeiten von Wolf Abraham, Nicol Felix, Peter Fischer-Piel, Hilla Hoehl, Ingrid Metzner-Hoffmann, René Minkels und Wilfried Püschel

Vernissage Freitag, 2. Juni 2023, 19.00 Uhr
Führung durch die Ausstellung mit Podiumsdiskussion: Donnerstag, den 8. Juni 2023 um 19 Uhr

Kiezraum auf dem Dragonerareal
Mehringdamm 20 – 30 (hinter LPG-Markt)
Rathaus Berlin-Kreuzberg

Täglich 15-20 Uhr

Fotografie wurde lange Zeit insbesondere von der Kunst als ein Werkzeug betrachtet, das die Wirklichkeit nur abbildet. Heute ist unumstritten, dass Fotograf/innen die Realität beeinflussen und durch die stets subjektive Sicht auch etwas Neues erschaffen können. Dadurch haben Fotograf/innen eine gewisse Macht über die Wahrnehmung der Bilder. Er oder sie kann den Betrachter manipulieren, ihn auf falsche Fährten setzen und so auf verschiedene Art und Weise lenken. Dies ist in der Geschichte der Fotografie schon immer so gewesen und heute – im Zeitalter der digitalen Bilderflut – ist danach zu fragen, ob es überhaupt noch Bilder gibt, die machtvoll wirken und wie denn diese Bilder aussehen.

Das betrifft nun ganz sicher die Reportagefotografie und die aktuellen Schauplätze des Schreckens auf aller Welt. Es betrifft aber auch die Kunst. Werden Fotografien erst dann mächtig, wenn sie inszeniert oder manipuliert wurden? Helfen starke Aufnahmekorrekturen, großangelegte Bildgestaltungen oder einfach nur die Schönheit eines Bildes schon dabei, Fotografien mächtig wirken zu lassen? – Fast ein Jahr lang haben wir uns mit diesen und ähnlichen Fragen beschäftigt. Zu sehen sind jetzt melancholische Bilder vom Abtransport der letzten Kinderspielgeräte vom Adriastrand in Marotta („Kleine Götterdämmerung“ von Wolf Abraham), die Serie „Wasserformen“ von Wilfried Püschel lässt durch einen Blick in den Himmel den Betrachter in eine andere Welt versetzen. Zu ihrer Arbeit „Gemüseakt“ sagt Hilla Hoehl: „Seit jeher faszinieren mich die Obst- und Gemüseauslagen auf Wochenmärkten in ihrer Formen- und Farbenvielfalt. Jedes Stück ist ein Unikat. In meinen Fotos versuche ich, jeweils zwei Früchte einer Sorte miteinander in Beziehung zu setzen, so dass sie wie lebendige Körper erscheinen. Dabei werden ganz bewusst auch Assoziationen zu menschlichen Körpern erweckt.“ Und bei Nicol Felix Serie „Jenseits der Komfortzone“ geht es darum, nackt ungewöhnliche Orte oder Un-Orte zu erkunden: „Die Bilder können fremd, verstörend, beängstigend, schön, aufregend, anziehend wirken, so wie die Räume, die Un-Orte. So entsteht eine Macht des Bildes“. Ein faszinierender Blick in die Welt der Mineralien entsteht bei René Minkels Serie „Polymorph / Polychrome“. Schließlich entstanden noch zwei Serien zu aktuellen Themen, zum einen die Lebensmittelverschwendung von Ingrid Metzner-Hoffmann mit dem Titel „Muss das weg?“, zum anderen die Darstellung von Theaterstücken zum Putin’schen Ukrainekrieg von Peter Fischer-Piel.

Das Photocentrum der VHS Friedrichshain-Kreuzberg

Das Photocentrum der Gilberto Bosques Volkshochschule in Berlin-Kreuzberg ist mit dem Bildungspreis der Deutschen Gesellschaft der Photographie, DGPh ausgezeichnet. Der Bereich Fotografie der VHS Friedrichshain-Kreuzberg, das Photocentrum, ist seit mehr als 30 Jahren für seine Lehre über die Grenzen Berlins hinaus bekannt – als erfolgreiche Ausbildungsstätte für künstlerische Fotografie jenseits der Universitäten. In den 1970er-Jahren gründete Michael Schmidt hier seine legendäre “Werkstatt für Photographie”.

www.photocentrum.de

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