Bildwechsel

Fotografie nach der Werkstatt für Photographie

Vor knapp 30 Jahren schloss die Werkstatt für Photographie an der VHS Kreuzberg ihre Pforten. Wurde sie während ihres zehnjährigen Bestehens als eine der wichtigsten Ausbildungsstätten für Fotografie – hauptsächlich international – wahrgenommen, blieb es danach merkwürdig still um sie. Das seinerzeit hochgelobte programmgemäße Lehrangebot ist ebenso verschwunden wie ihr einstiger legendärer Ruf. Bei Wikipedia war bis ins Jubiläumsjahr 2016 noch nicht einmal ein eigener Eintrag über die „Werkstatt“ zu finden. Michael Schmidts Wunsch anlässlich der Eröffnung 1976, dass die „Werkstatt über die Grenzen Berlins hinaus Bedeutung erlangen möge“, hat sich demnach allenfalls temporär erfüllt.

So liegt es nahe, diesem Widerspruch nachzugehen und die Frage zu stellen, warum die Werkstatt für Photographie trotz ihrer Berühmtheit bisher nicht einmal eine Fußnote in der Geschichte der Fotografie, und vor allem auch in der Geschichte der Berliner Ausbildungsstätten für Fotografie, wert ist. Dennoch ist das vorliegende Projekt keine Aufarbeitung der Werksta5geschichte. Bereits der Projekttitel „Bildwechsel – Fotografie nach der Werkstatt für Photographie“ zielt vielmehr darauf ab, ihre Einflüsse auf die (West‑)Berliner Fotografie zu markieren und zugleich die fotografisch-künstlerischen Positionen ihrer Nachfolgeinstitution, dem heutigen Photocentrum der VHS Friedrichshain-Kreuzberg, aufzuzeigen. Das doppelte Jubiläum der Werkstatt für Photographie im Jahr 2016 bietet sich also auf besondere Weise an, sowohl Projektionsfläche für die Ausgangslage der fotografischen Ausbildung an der VHS Kreuzberg im Jahr 1986 als auch Plattform für die Darstellung ihrer vielfältigen Weiterentwicklungen zu sein.

Für das Zustandekommen dieses Projekts danke ich zuallererst den Kursteilnehmer*innen, dass sie dieses nicht gerade einfache Thema trotz aller Schwierigkeiten am Ende kreativ und produktiv realisiert haben. Besonderer Dank gebührt Enno Kaujold für seine historische Einbeziehung der Werkstatt in die westdeutsche Fotoszene der 70er Jahre. Thomas Leuner und Ulla Kelm danke ich für ihre Bereitschaft, das Projekt mit ihrem fundierten Wissen aus ihrer aktiven Zeit an der Werkstatt zu unterstützen. Zu herzlichem Dank bin ich Friedhelm Denkeler und Bernd Thyerlei verpflichtet, die dem Projekt wertvolle Fotografien und Materialien aus der Zeit der Werksta5 zur Verfügung gestellt haben. Insbesondere Thomas Michalak und den Dozent*innen des Photocentrum danke ich für die Bereitstellung ihrer Kursmaterialien. Der VHS Friedrichshain-Kreuzberg gebührt Dank für die materielle Unterstützung des Projekts, und last but not least möchte ich mich an dieser Stelle vorwiegend bei Peter Held bedanken, ohne den der Fachbereich Fotografie heute nicht der wäre, der er ist. Zum Abschied einfach nur ein großes Dankeschön!

Die Fotoszene Berlins wird in diesem Jubiläumsjahr ganz sicherlich noch einiges zur Werkstatt für Photographie erfahren und erleben. Das gilt vornehmlich für die C/O-Ausstellung im Herbst dieses Jahres, aber auch für alle anderen Initiativen im Rahmen dieses Jubiläums.

Peter Fischer-Piel, im April 2016

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